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Anlässlich der diesjährigen Verleihung des Julius Hirsch Preises am 23. November in Essen feiert die Ausstellung „Nie wieder Abseits – Die Geschichte von Gottfried Fuchs“ Deutschlandpremiere. Vom 10. bis 22. November 2026 ist sie in der Alten Synagoge in Essen zu sehen. Pünktlich zur Preisverleihung zieht sie in die Weststadthalle um, wo der Preis verliehen wird.

Damit schafft der Julius Hirsch Preis Aufmerksamkeit für den zweiten jüdischen Spieler in der Geschichte der deutschen Nationalmannschaft. Gottfried Fuchs und Julius Hirsch waren Mitspieler im Verein und in der Nationalmannschaft – und Freunde. Gemeinsam mit Fritz Förderer bildeten sie beim Karlsruher FV den legendären Innensturm und gewannen 1910 die Deutsche Meisterschaft. Statistisch gesehen ist Gottfried Fuchs sogar der torgefährlichste Spieler in der Geschichte der Nationalmannschaft: mit 13 Toren in nur sechs Länderspielen. Unerreicht bis heute: sein Rekord von zehn Toren beim Länderspiel gegen Russland bei den Olympischen Spielen 1912 in Stockholm. Doch seine Lebensgeschichte steht für viel mehr als Tore, genauso wie die von Julius Hirsch, der 1943 in Auschwitz ermordet wurde. Sie erzählt von den großen sportlichen, persönlichen und beruflichen Erfolgen über die traumatischen Erfahrungen von Verfolgung, Auslöschung und Flucht vor den Nazis bis hin zu seinem Neuanfang in Kanada. Dort starb Fuchs 1972.
Die von der DFB-Kulturstiftung initiierte und dem Goethe-Institut Nordamerika kuratierte Ausstellung zur FIFA WM 2026 in Kanada, Mexiko und den USA war seit Mai an mehreren Stationen in Vancouver, Montreal und Toronto zu sehen. Nun kann sie erstmals an einem besonderen Ort in Deutschland besucht werden: Die Alte Synagoge ist ein Haus jüdischer Kultur im früheren Synagogenbau der jüdischen Gemeinde Essen, einem der größten Synagogenbauten Europas aus der Anfangszeit des 20. Jahrhunderts. Der Eintritt ist frei.

Begleitend zur Ausstellung findet in der Alten Synagoge vom 19. bis 21. November zusätzlich ein ganz besonderes Fußballturnier für Schulklassen und Sportvereine statt. Dafür wird im Hauptsaal der Synagoge ein Streetsoccer-Court aufgebaut. Aber es geht es nicht allein um sportliches Können: Auch das Wissen über Gottfried Fuchs und Julius Hirsch ist gefragt – eine besondere Verbindung von Fußball, historischer Bildung und der Auseinandersetzung mit Ausgrenzung und Erinnerung. Erinnerungsarbeit, die Spaß machen darf!
Die Ausstellung „Nie wieder Abseits – Die Geschichte von Gottfried Fuchs“ ist von 10. bis zum 22. November in der Alten Synagoge - Haus jüdischer Kultur Essen zu sehen (Edmund-Körner-Platz 1, 45127 Essen, weitere Informationen auf der Webseite). Gefördert durch die DFB-Kulturstiftung.