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Wie kann Teilhabe für Menschen mit eigener Erfahrung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit gelingen? Mit dieser Frage beschäftigte sich der diesjährige Partizipationspreis der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W). Am bundesweiten Tag der wohnungslosen Menschen wurden am 11. September in Anwesenheit des Bundespräsidenten drei Preisträger geehrt. Die Stiftung der Nationalmannschaft stellte das Preisgeld in Höhe von insgesamt 15.000 Euro bereit und wurde vor Ort durch Rudi Völler vertreten.
Mit der Preisverleihung würdigt die BAG W Projekte und Initiativen, die Menschen mit eigener Erfahrung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit aktiv in Entscheidungen, Projekte und Hilfeprozesse einbeziehen und ihnen echte Mitgestaltung ermöglichen.
Zur Veranstaltung begrüßte die BAG W zahlreiche Gäste aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterstrich in seiner Ansprache die Bedeutung von Teilhabe, Mitbestimmung und gesellschaftlichem Zusammenhalt: „Nicht über wohnungslose Menschen reden, sondern mit ihnen. Nicht für sie handeln, sondern gemeinsam mit ihnen. Das ist gelebte Partizipation.“
Die Stiftung der Nationalmannschaft unterstützte die Auszeichnung als Förderpartner und stellte pro Preisträger 5.000 Euro zur Verfügung. Vor Ort vertraten die Stiftungsräte Rudi Völler und Tobias Wrzesinski zusammen mit Projektmanager Niklas Boedts die im März 2020 gegründete Stiftung. „Wohnungs-und obdachlose Menschen stehen bereits seit Anbeginn im Fokus unseres Wirkens“, erklärt Rudi Völler. „Die Zusammenarbeit mit der BAG W ist dabei Ausdruck desgemeinsamen Ziels, Menschen sichtbar zu machen, ihre Perspektiven einzubeziehen und ihr Engagement zu stärken“, so Völler.
Die diesjährigen Preisträger zeigen auf unterschiedliche Weise, wie Beteiligung gelingen kann: durch Mitbestimmung innerhalb von Einrichtungen, durch das Sichtbar machen eigener Erfahrungen im öffentlichen Raum oder durch selbstbestimmte Wege aus der Wohnungslosigkeit. Die Auszeichnung machte damit einmal mehr deutlich: Partizipation ist keine theoretische Idee, sondern gelebte Praxis. Und sie gelingt dort besonders erfolgreich, wo Menschen nicht nur Unterstützung erhalten, sondern aktiv mitgestalten und Verantwortung übernehmen können.
Die Preisträger 2026:
Haus Weissenburg (Düsseldorf)
Das Haus Weissenburg begleitet Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten im Rahmen der Hilfen nach § 67 SGB XII. Besonders beeindruckte die Jury der seit vielen Jahren etablierte Bewohnerbeirat, der Bewohnerinnen und Bewohner aktiv an Entscheidungen, Projekten und der Weiterentwicklung der Einrichtung beteiligt.
querstadtein e. V. (Berlin)
querstadtein bietet in Berlin Stadtführungen an, die von ehemals wohnungs- oder obdachlosen Menschen durchgeführt werden. Die Guides vermitteln ihre eigenen Erfahrungen und ermöglichen den Teilnehmenden einen neuen Blick auf die Themen Armut, Ausgrenzung und Wohnungslosigkeit.
Housing First Bremen (Hoppenbank e. V.)
Housing First Bremen verfolgt den Ansatz, Menschen zunächst eine eigene Wohnung zur Verfügung zu stellen und anschließend individuelle Unterstützung anzubieten. Damit stärkt das Projekt Selbstbestimmung und eröffnet neue Wege aus der Wohnungslosigkeit.