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18 Fußball-Ferien-Freizeiten der DFB-Stiftung Egidius Braun sind kürzlich zu Ende gegangen. Freizeitleiter Heinz Ewen zieht Bilanz – und erklärt, warum Respekt nicht verordnet werden kann.
Fußball wurde gespielt. Natürlich. Doch bei den Fußball-Ferien-Freizeiten der DFB-Stiftung Egidius Braun ging es in diesem Sommer wieder um viel mehr als Technik, Taktik und Tore. Mit dem Abschluss der 18. Fußball-Ferien-Freizeit geht ein Sommer zu Ende, in dem junge Menschen neue Orte, Vereine und Perspektiven kennengelernt haben – und sich intensiv mit der Frage beschäftigten, wie ein faires Miteinander auf und neben dem Platz gelingt.
„Die Fußball-Ferien-Freizeiten sind für mich wesentlich mehr als nur eine Woche Fußballtraining“, sagt Heinz Ewen. Der Freizeitleiter ist bereits viele Monate vor Beginn mit der Programmplanung beschäftigt. Er entwickelt Inhalte, knüpft Kontakte und führt Fußball, Bildung, Persönlichkeitsentwicklung sowie Wertevermittlung zusammen – immer mit dem Ziel, aus einem Programmpunkt eine prägende Erfahrung zu machen.

In diesem Jahr stand das Thema Fairplay und Respekt im Mittelpunkt. Nicht als vorgefertigte Botschaft, sondern als Impuls für die Jugendlichen, die Themen selbst zu entwickeln und mit Leben zu füllen. Dafür wurde das Jahresthema in vier Modulen erarbeitet:
Aus 17 Fußballregeln wählten die Jugendlichen die fünf wichtigsten aus. Das führte direkt zu den entscheidenden Fragen: Warum braucht ein Spiel Regeln? Was würde ohne sie passieren? Und welche Bedeutung haben gemeinsame Regeln für das Miteinander? Aus der Auswahl wurde eine Diskussion – und aus der Diskussion ein eigener Zugang zum Thema Fairplay.
Anhand konkreter Situationen und Videosequenzen bewerteten die Jugendlichen Verhalten als fair, unfair oder nicht eindeutig. Gerade die unterschiedlichen Einschätzungen schärften den Blick: Dieselbe Situation kann von zwei Menschen verschieden wahrgenommen werden. Fairplay und Respekt wurden so an Beispielen besprochen, bei denen jeder eine eigene Haltung entwickeln musste.
Im dritten Modul wechselten die Jugendlichen die Perspektive und übernahmen die Rolle der Schiedsrichterin oder des Schiedsrichters. Sie trafen Entscheidungen und erlebten unmittelbar, wie diese auf Spieler und Trainer wirken. Das schärfte den Blick für die Verantwortung des Unparteiischen. „Wer selbst auf dem Platz entscheiden muss, merkt schnell: Eine Situation von außen zu beurteilen, ist etwas ganz anderes, als in Sekunden Verantwortung zu übernehmen“, so Ewen.
Zum Abschluss entwickelten die Jugendlichen eigene Fairplay- und Respektbotschaften. Die gestalteten Slogans bleiben nicht in der Freizeitmappe: Die Vereine erhalten sie später als T-Shirt-Motive. So wird aus einer Woche gemeinsamer Arbeit ein Zeichen, das im Vereinsalltag sichtbar bleibt.
„Wir geben jungen Menschen nicht einfach vor, was Fairplay und Respekt bedeuten. Wir schaffen Situationen, in denen sie selbst nachdenken, diskutieren, entscheiden und eigene Haltungen entwickeln“, beschreibt Ewen den Ansatz.
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Erlebnisse, die über den Platz hinausreichen
Auch die weiteren Programmpunkte machten deutlich, wie vielschichtig die Fußball-Ferien-Freizeiten angelegt sind. Bei einem Besuch im Landtag oder im Europäischen Parlament konnten die Jugendlichen politische Bildung unmittelbar erleben und selbst eine Podiumsdiskussion leiten. Ein Nachwuchsleistungszentrum öffnete die Türen, um Einblicke in den Weg zum Profifußball zu gewähren. Wertedialoge, beispielsweise mit dem ehemaligen Weltschiedsrichter Dr. Markus Merk, setzten einen weiteren Schwerpunkt auf Fairplay und Respekt. Entscheidend waren dabei nicht die prominenten Namen, sondern der direkte Austausch auf Augenhöhe.
„Jedes Event lebt vom eigenen Mitmachen“, betont Ewen. Gute Erfahrungen entstehen nicht allein dadurch, dass man irgendwo zu Gast ist – sie entwickeln sich, wenn junge Menschen beobachten, Fragen stellen und widersprechen.
Nach 18 Fußball-Ferien-Freizeiten fällt Ewens Bilanz entsprechend positiv aus. Die Jugendlichen haben trainiert und gespielt, aber auch Verantwortung übernommen und Gemeinschaft erfahren. Genau darin liegt für ihn die besondere Stärke des Fußballs. „Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass Fußball weit mehr vermitteln kann als sportliche Fähigkeiten, wenn wir jungen Menschen den Raum geben, selbst aktiv zu werden“, resümiert Ewen.
Der Sommer ist vorbei, doch die Fragen bleiben: Welche Regeln tragen unser Spiel? Wie gehen wir mit Entscheidungen um, die uns nicht gefallen? Und wie wollen wir miteinander umgehen? Die Antworten darauf haben die Jugendlichen in diesem Sommer nicht nur gehört – sie haben sie selbst erarbeitet.
Über die Fußball-Ferien-Freizeiten
Die Idee zu den Fußball-Ferien-Freizeiten stammt vom langjährigen DFB-Präsidenten Egidius Braun, der damit das ehrenamtliche Engagement in den Amateurvereinen würdigen wollte. Für die Klubs ist die Teilnahme kostenlos: Die DFB-Stiftung Egidius Braun trägt die Gesamtkosten für Transfer, Unterbringung, Verpflegung und Programm. Rund 1.000 Jugendliche aus 75 Fußballvereinen nahmen in diesem Sommer an den einwöchigen Freizeiten in den Sportschulen Bad Blankenburg, Edenkoben, Duisburg, Grünberg, Karlsruhe (Schöneck) und Malente teil.