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Die Initiative „Anstoß für ein neues Leben“ wächst weiter: Mit dem Heinrich-Wetzlar-Haus der Jugendeinrichtung Schloss Stutensee gGmbH schließt sich ein wichtiger Akteur im Spannungsfeld von Justiz und Jugendhilfe der Resozialisierungsinitiative der DFB-Stiftung Sepp Herberger und der Bundesagentur für Arbeit an. Gemeinsam mit dem Badischen Fußballverband und dem Karlsruher SC als Patenverein wird Jugendlichen eine Brücke in ein straffreies Leben gebaut.
Das Heinrich-Wetzlar-Haus bietet eine besondere Form des stationären Rahmens für die aktuell 14 teilnehmenden Jugendlichen. Als Alternative zur Untersuchungshaft orientiert sich das Konzept konsequent an pädagogischen Parametern statt an Strafgedanken. Durch den Beitritt zur Initiative „Anstoß für ein neues Leben“ erhält dieser Ansatz nun eine weitere sportliche und berufsvorbereitende Erweiterung.
Orientierung durch Fußball und Struktur
Basis der Zusammenarbeit ist das regelmäßige Fußballtraining, das den Jugendlichen innerhalb eines konsequenten Regelwerks Halt bietet. Über den Sport hinaus stehen den Teilnehmern verschiedene Maßnahmen und Angebote in den Kategorien „Fußball“, „Arbeit/Beruf/Schule“ und „Soziales“ zur Verfügung.
„Wir möchten den Jugendlichen vielseitige Impulse für ihre Persönlichkeitsentwicklung geben und ihnen dabei helfen, künftig ein straffreies Leben zu führen“, erläutert Nico Kempf, stv. Geschäftsführer der DFB-Stiftung Sepp Herberger. Die Jugendlichen sollen auch die Möglichkeit erhalten, während und nach ihrer Zeit in der Jugendeinrichtung Schloss Stutensee gGmbH in einem Fußballverein aktiv zu werden. „Es ist großartig, dass der SV Blankenloch, der FC Germania Friedrichstal und die FVgg Weingarten mit dem Heinrich-Wetzlar-Haus kooperieren und die Jugendlichen in ihre Nachwuchsteams integrieren. Wir möchten für die Teilnehmenden auch Schiedsrichter- oder Trainer-Ausbildungen anbieten, um weitere Teilhabemöglichkeiten am Fußball vorzustellen“, sagt Thomas Rößler, Vizepräsident des Badischen Fußballverbandes. Dirk Dickgießer, Bereichsleiter der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt, betont die Bedeutung der frühzeitigen Weichenstellung: „Unser Ziel ist es, die Jugendlichen bereits während ihrer Zeit in Stutensee abzuholen und ihnen eine klare berufliche Perspektive aufzuzeigen. Arbeit ist ein entscheidender Faktor für eine gelungene Resozialisierung. Wir unterstützen sie dabei, ihre Talente zu entdecken und den direkten Weg über eine Ausbildung in das Berufsleben zu finden.“

Der Karlsruher SC als starker Pate in der Region
Ein besonderer Eckpfeiler dieser Kooperation ist die Einbindung des Karlsruher SC. Der KSC übernimmt die Patenschaft für das Projekt im Heinrich-Wetzlar-Haus der Jugendeinrichtung Schloss Stutensee gGmbH und unterstreicht damit die enge Verbindung zwischen dem Profifußball und der sozialen Verantwortung.
„Für uns ist es eine Herzensangelegenheit, die integrative Kraft des Fußballs direkt vor unserer Haustür einzusetzen“, sagt Jörg Faustmann, pädagogischer Leiter des Nachwuchsleistungszentrums des Karlsruher SC. „Wir möchten den jungen Menschen zeigen, dass Teamgeist, Disziplin und das Einhalten von Regeln nicht nur auf dem Platz zum Erfolg führen, sondern die Grundlage für ein neues Leben außerhalb der Einrichtung sind.“

Synergie aus Pädagogik und Wiedereingliederung
Während im Heinrich-Wetzlar-Haus bereits intensive Einzel- und Gruppengespräche sowie Schulunterricht und Arbeiten in der Holzwerkstatt zum Alltag gehören, ergänzt „Anstoß für ein neues Leben“ diesen Weg um die wichtige Komponente der externen Vernetzung.
Das System aus sukzessiver Öffnung des Rahmens im Heinrich-Wetzlar-Haus belohnt die Regelakzeptanz der Jugendlichen. Durch die Möglichkeiten des Fußballs erhalten sie nach ihrer Entlassung die Chance, ein stabiles soziales Umfeld zu finden. Das Projekt hilft dabei, etwaigen weiteren kriminellen Karrieren frühzeitig entgegenzuwirken und den Jugendlichen zu zeigen, dass sie durch aktives Mitwirken ihre persönliche Entwicklung maßgeblich selbst beeinflussen können.
„Wir versuchen, unseren Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, dass gegenseitiger Respekt und Wertschätzung die Grundlagen unseres Zusammenlebens sind. Durch die Fußballprojekte und gemeinsamen sportlichen Aktivitäten können diese Kernkompetenzen gestärkt werden“, heißt es von Jens Brandt, Geschäftsführer der Jugendeinrichtung Schloss Stutensee gGmbH.
Mit dem offiziellen Beitritt des Heinrich-Wetzlar-Hauses bekennen sich alle beteiligten Partner dazu, jungen Menschen in einer schwierigen Lebensphase eine echte zweite Chance zu geben – auf und neben dem Platz.