
.png)

Neben Spiel, Spaß und Einheiten auf dem Rasen steht bei den Fußball-Ferien-Freizeiten der DFB-Stiftung Egidius Braun die Persönlichkeitsentwicklung im Mittelpunkt. Ein zentraler Baustein sind dabei Wertedialoge – ein Format, das die Stiftung in enger Partnerschaft mit der Bildungsinitiative GermanDream durchführt. Gemeinsam mit prominenten Persönlichkeiten wie dem dreifachen Weltschiedsrichter Dr. Markus Merk wird dabei die verbindende Kraft des Fußballs genutzt, um mit den Jugendlichen über Respekt, Zivilcourage und gesellschaftliche Verantwortung zu sprechen.
Die Kooperation mit der von der Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal gegründeten Initiative hat ein klares Ziel: jungen Menschen Demokratie- und Wertebildung näherzubringen. „Wir wollen Türen öffnen, um über Werte, Menschenrechte, Toleranz und gegenseitige Rücksichtnahme zu sprechen“, beschreibt das Team vor Ort den Ansatz der gemeinsamen Workshops.
Den hohen Stellenwert dieser Zusammenarbeit hebt auch Tobias Wrzesinski, Geschäftsführer der DFB-Stiftung Egidius Braun, hervor: „Mit GermanDream haben wir einen Partner an unserer Seite, der mit viel Herzblut agiert und mit den Dialogen an die Lebensrealität der Kinder und Jugendlichen anknüpft. Wir setzen mit GermanDream auf Denkanstöße für das Miteinander abseits des Rasens.“
Dass die Jugendlichen ein feines Gespür dafür haben, zeigte ihre prägnante Antwort auf die Einstiegsfrage nach dem Begriff Werte: „Werte sind das, was Menschen ausmacht und wofür sie stehen.“ In den Diskussionen fielen neben dem Wort Spaß vor allem Begriffe wie Disziplin, Akzeptanz und Ehrgeiz – Qualitäten, die den Teilnehmenden für ihren Alltag mitgegeben werden sollen.

Markus Merk als Mutmacher und Vorbild
Wie diese Werte in der Praxis gelebt werden, verdeutlichte Markus Merk. Der 339-fache Bundesliga-Schiedsrichter gab Einblicke in seine Karriere und nutzte seine Erfahrungen aus dem Profisport als Impulse für den Lebensweg der Jugendlichen.
Auf die Frage, wie es sei, vor zehntausenden Fans im Stadion Entscheidungen zu treffen, die nicht bei jedem auf Zustimmung stoßen, betonte Merk den Lernwert von Konflikten: „Man setzt sich der Konfrontation aus – das ist das Tolle daran. Man läuft nicht weg, sondern man löst die Situation. Das ist eine super Schule fürs Leben.“ Auch mit eigenen Fehlern geht er transparent um: „Ich habe mich immer am meisten über meine eigenen Fehler geärgert. Aber Fehler passieren. Entscheidend ist, dass man daraus lernt.“
Was er sich von Spielerinnen und Spielern auf dem Platz im Umgang mit dem Unparteiischen wünsche, beantwortete Merk direkt: „Respekt ist entscheidend. Die Umgangsform kann dabei völlig locker sein – ob 'Du' oder 'Sie' ist egal. Wichtig ist einzig, wie wir uns begegnen: die Augenhöhe muss stimmen.“
Darüber hinaus brach Merk im Sinne der GermanDream-Philosophie eine Lanze für das gesellschaftliche Miteinander: „Einen Generationskonflikt zu beschwören, ist falsch. Wir müssen alle miteinander handeln, nicht gegeneinander.“ Ein zentraler Pfeiler sei dabei die Zivilcourage: „Wenn jeder auf den anderen ein bisschen aufpasst, ist schon viel gewonnen.“
Träume verfolgen mit Fairplay
Mit Blick auf seinen Werdegang erinnerte Merk schmunzelnd an ein Versprechen aus seiner Jugend: als 15-jähriger Nachwuchsschiedsrichter kündigte er 1977 seinem Vater selbstbewusst an, ihn zum Champions-League-Finale einzuladen, falls er eines pfeifen sollte – 2003 Manchester löste er dieses Versprechen ein. Vater Rudi kam zum Endspiel nach Manchester.

Diesen Glauben an die eigenen Ziele gab Merk, der zu den Mitgliedern des Kuratoriums der DFB-Stiftung Egidius Braun zählt, den Jugendlichen abschließend mit auf den Weg: „Wer an sich glaubt, an sich arbeitet und wer dann nicht überschnappt, erhält später ein großes Privileg. Zweifler siegen nicht – und Sieger zweifeln nicht. Träumen lohnt sich: Macht es, aber tut es mit Fairplay und Respekt.“
Die Wertedialoge verdeutlichen das gemeinsame Anliegen der DFB-Stiftung Egidius Braun und GermanDream: Neben dem sportlichen Erlebnis auf dem Platz erhalten die Teilnehmenden wichtige Impulse für ihren persönlichen Lebensweg sowohl auf als auch neben dem Platz.