28.8.2026

Augenhöhe statt Abseits: Wie Markus Merk und GermanDream Mut und Haltung auf den Platz bringen

Dr. Markus Merk (m.) stand mit den Teilnehmenden der Fußball-Ferien-Freizeiten in einem Wertedialog. (Foto: Klaus Venus)

Neben Spiel, Spaß und Einheiten auf dem Rasen steht bei den Fußball-Ferien-Freizeiten der DFB-Stiftung Egidius Braun die Persönlichkeitsentwicklung im Mittelpunkt. Ein zentraler Baustein sind dabei Wertedialoge – ein Format, das die Stiftung in enger Partnerschaft mit der Bildungsinitiative GermanDream durchführt. Gemeinsam mit prominenten Persönlichkeiten wie dem dreifachen Weltschiedsrichter Dr. Markus Merk wird dabei die verbindende Kraft des Fußballs genutzt, um mit den Jugendlichen über Respekt, Zivilcourage und gesellschaftliche Verantwortung zu sprechen.

Die Kooperation mit der von der Menschenrechtsaktivistin Düzen Tekkal gegründeten Initiative hat ein klares Ziel: jungen Menschen Demokratie- und Wertebildung näherzubringen. „Wir wollen Türen öffnen, um über Werte, Menschenrechte, Toleranz und gegenseitige Rücksichtnahme zu sprechen“, beschreibt das Team vor Ort den Ansatz der gemeinsamen Workshops.

Den hohen Stellenwert dieser Zusammenarbeit hebt auch Tobias Wrzesinski, Geschäftsführer der DFB-Stiftung Egidius Braun, hervor: „Mit GermanDream haben wir einen Partner an unserer Seite, der mit viel Herzblut agiert und mit den Dialogen an die Lebensrealität der Kinder und Jugendlichen anknüpft. Wir setzen mit GermanDream auf Denkanstöße für das Miteinander abseits des Rasens.“

Dass die Jugendlichen ein feines Gespür dafür haben, zeigte ihre prägnante Antwort auf die Einstiegsfrage nach dem Begriff Werte: „Werte sind das, was Menschen ausmacht und wofür sie stehen.“ In den Diskussionen fielen neben dem Wort Spaß vor allem Begriffe wie Disziplin, Akzeptanz und Ehrgeiz – Qualitäten, die den Teilnehmenden für ihren Alltag mitgegeben werden sollen.

Mit voll besetzten Stuhlreihen kennt sich der 339-fache Bundesliga-Schiedsrichter aus. (Foto: Klaus Venus)

Markus Merk als Mutmacher und Vorbild

Wie diese Werte in der Praxis gelebt werden, verdeutlichte Markus Merk. Der 339-fache Bundesliga-Schiedsrichter gab Einblicke in seine Karriere und nutzte seine Erfahrungen aus dem Profisport als Impulse für den Lebensweg der Jugendlichen.

Auf die Frage, wie es sei, vor zehntausenden Fans im Stadion Entscheidungen zu treffen, die nicht bei jedem auf Zustimmung stoßen, betonte Merk den Lernwert von Konflikten: „Man setzt sich der Konfrontation aus – das ist das Tolle daran. Man läuft nicht weg, sondern man löst die Situation. Das ist eine super Schule fürs Leben.“ Auch mit eigenen Fehlern geht er transparent um: „Ich habe mich immer am meisten über meine eigenen Fehler geärgert. Aber Fehler passieren. Entscheidend ist, dass man daraus lernt.“

Was er sich von Spielerinnen und Spielern auf dem Platz im Umgang mit dem Unparteiischen wünsche, beantwortete Merk direkt: „Respekt ist entscheidend. Die Umgangsform kann dabei völlig locker sein – ob 'Du' oder 'Sie' ist egal. Wichtig ist einzig, wie wir uns begegnen: die Augenhöhe muss stimmen.“

Darüber hinaus brach Merk im Sinne der GermanDream-Philosophie eine Lanze für das gesellschaftliche Miteinander: „Einen Generationskonflikt zu beschwören, ist falsch. Wir müssen alle miteinander handeln, nicht gegeneinander.“ Ein zentraler Pfeiler sei dabei die Zivilcourage: „Wenn jeder auf den anderen ein bisschen aufpasst, ist schon viel gewonnen.“

Träume verfolgen mit Fairplay

Mit Blick auf seinen Werdegang erinnerte Merk schmunzelnd an ein Versprechen aus seiner Jugend: als 15-jähriger Nachwuchsschiedsrichter kündigte er 1977 seinem Vater selbstbewusst an, ihn zum Champions-League-Finale einzuladen, falls er eines pfeifen sollte – 2003 Manchester löste er dieses Versprechen ein. Vater Rudi kam zum Endspiel nach Manchester.

Für den Weltschiedsrichter (r.) gab es zum Abschluss auch ein von den Teilnehmenden unterschriebenes Shirt als Geschenk. (Foto: Klaus Venus)

Diesen Glauben an die eigenen Ziele gab Merk, der zu den Mitgliedern des Kuratoriums der DFB-Stiftung Egidius Braun zählt, den Jugendlichen abschließend mit auf den Weg: „Wer an sich glaubt, an sich arbeitet und wer dann nicht überschnappt, erhält später ein großes Privileg. Zweifler siegen nicht – und Sieger zweifeln nicht. Träumen lohnt sich: Macht es, aber tut es mit Fairplay und Respekt.“

Die Wertedialoge verdeutlichen das gemeinsame Anliegen der DFB-Stiftung Egidius Braun und GermanDream: Neben dem sportlichen Erlebnis auf dem Platz erhalten die Teilnehmenden wichtige Impulse für ihren persönlichen Lebensweg sowohl auf als auch neben dem Platz.

Von Grünberg aus stand ein Besuch auf dem DFB-Campus in Frankfurt auf dem Plan. Foto: DFB/Nico Florow
Eine zusätzliche Freizeit für Kinder nach onkologischer Erkrankung fand in Malente statt. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun
Der fußballbegeisterte SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf besuchte die Fußball-Ferien-Freizeit in Malente. Foto: Martin Ziemer/Getty Images
Der ehemalige Trainer von RB Leipzig Marco Rose war für einen Wertedialog in Leipzig zu Gast. Foto: Jens Schlüter/Getty Images
Ein Besuch im Bundesverfassungsgericht stand bei der Freizeit in Schöneck (Karlsruhe) auf dem Programm. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
U19-Nationaltrainer Hanno Balitsch leitete eine Trainingseinheit in Edenkoben. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
FIFA-Schiedsrichter Harm Osmers gab in Malente Einblicke in das Leben eines Profi-Schiedsrichters. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun
Neben verschiedenen Ausflügen und Bildungsaktivitäten stand natürlich der Fußball im Mittelpunkt der Freizeiten. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
Von Hennef aus ging es für eine Führung nach Leverkusen in die BayArena – inklusive Gespräch mit dem Geschäftsführer Simon Rolfes. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
Insgesamt 1.000 Teilnehmende waren bei den Fußball-Ferien-Freizeiten 2025 dabei. Foto: Klaus Venus/DFB-Stiftung Egidius Braun
Verschiedene Workshops zum Thema Demokratie standen auf dem Programm der Freizeitwochen. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
Der ehemalige Ministerpräsident Volker Bouffier tauschte sich in einem Wertedialog mit den Teilnehmenden einer Freizeit in Grünberg aus. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
DFB-Präsident Bernd Neuendorf besucht die Fußball-Ferien-Freizeiten in Hennef. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
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