10.9.2026

Deutsche Meisterschaft im Straßenfußball der wohnungslosen Menschen 2026

Fairness, Gemeinschaft und gesellschaftliche Teilhabe: Bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft im Straßenfußball der wohnungslosen Menschen auf dem Essener Kennedyplatz standen nicht nur Tore im Mittelpunkt, sondern vor allem das Miteinander. Teams aus ganz Deutschland kamen zusammen, zeigten beeindruckenden Ehrgeiz und setzten ein starkes Zeichen für soziale Teilhabe.

Veranstaltet wurde die Deutsche Meisterschaft gemeinsam von Anstoß e. V. und der Stiftung der Nationalmannschaft. Ziel der Veranstaltung ist es, Menschen in schwierigen Lebenslagen durch den Fußball nachhaltig zu stärken, Barrieren abzubauen und Begegnungen auf Augenhöhe zu ermöglichen.

Zu den Gästen vor Ort gehörte unter anderem Peter Renzel, Stadtdirektor der Stadt Essen sowie Geschäftsbereichsvorstand für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Integration, der gemeinsam mit weiteren Vertretern aus Sport, Politik und Sozialarbeit die Bedeutung des Turniers für gesellschaftliche Teilhabe und Integration hervorhob: „Dass die Deutsche Meisterschaft im Straßenfußball heute nicht am Stadtrand, sondern mitten auf unserem Kennedyplatz ausgetragen wird, setzt ein starkes, unübersehbares Zeichen für Sichtbarkeit und Würde.  Wer auf der Straße lebt, kämpft täglich mit existentiellen Nöten, Vorurteilen und sozialer Isolation. Unser Ziel ist es, Menschen dort abzuholen, wo sie stehen, ihnen Schutzräume zu bieten und tragfähige Wege zurück in regulären Wohnraum und die Gesellschaft zu eröffnen.“

Spannung auf dem Platz, Oldenburg holt den Titel

Über den gesamten Turniertag hinweg erlebten die Zuschauerinnen und Zuschauer im Pop-Up-Stadion mit 2.300 Plätzen spannende, faire und engagierte Spiele. Insgesamt spielten 12 Teams die Deutsche Meisterschaft aus. Zusätzlich nahm das aktuelle Team Deutschland als Ehren-Team am Turnier teil. Die Begegnungen des Nationalteams flossen nicht in die Wertung ein und dienten der Vorbereitung auf den Homeless World Cup 2026 in Mexiko-Stadt.

Nach der Vorrunde qualifizierten sich die drei Gruppensieger sowie der beste Gruppenzweite für die Finalrunde um die Deutsche Meisterschaft. Parallel wurden die besten Ruhrpott-Teams ermittelt. Insgesamt wurden bei der Siegerehrung die drei bestplatzierten Teams der Deutschen Meisterschaft, die drei erfolgreichsten Ruhrpott-Teams sowie die fairste Mannschaft des Turniers ausgezeichnet. Die Begeisterung auf dem Platz war bei allen Beteiligten spürbar: „Hier zu spielen, mitten in der Stadt, ist ein unglaubliches Gefühl und bedeutet mir sehr viel. Es ist eine Ehre für das Team Deutschland spielen zu dürfen“, berichtete der 22-jährige Paul als Spieler der aktuellen Nationalelf sichtlich bewegt.

Im Anschluss an die Finalspiele wurden alle Mannschaften für ihren Einsatz geehrt.

Die streetkicker Oldenburg freuen sich über ihren Meistertitel. (Foto: Carsten Kobow)

Sportlich setzten sich in den Finalspielen die streetkicker Oldenburg durch und sicherten sich den Titel des Deutschen Meisters vor den Lautrer Buwen und benefit Freiburg. In der Ruhrpott-Wertung belegten die Lilienkicker Wiesbaden den ersten Platz, gefolgt vom SC Diakonie Kästorf und dem Bruder Konrad Haus. Über den Fairness-Preis durften sich die VSM Lions freuen, die für ihr besonders respektvolles Auftreten ausgezeichnet wurden.

Ein besonderer Höhepunkt des Tages war die anschließende Bekanntgabe von Team Deutschland: Bundestrainer Johan Grasshoff gab im Rahmen der Siegerehrung den Kader bekannt, der Deutschland im kommenden Jahr beim Homeless World Cup 2027, der internationalen Weltmeisterschaft der wohnungslosen Menschen, vertreten wird: „Die Deutsche Meisterschaft ist glatt gelaufen und diente als gute Vorbereitung für den Homeless World Cup 2027. Ich freue mich auf den gemeinsamen Weg mit dem neuen Kader und blicke mit viel Zuversicht und Motivation auf das bevorstehende Turnier.“

Eines der vielen spannenden Torszenen in dem Pop-Up-Stadion auf dem Kennedyplatz in Essen. (Foto: Carsten Kobow)

Nachhaltiges Engagement der Stiftung der Nationalmannschaft

Die Förderung und Unterstützung der Obdach- und Wohnungslosenhilfe gehört seit ihrer Gründung zu den zentralen Schwerpunkten der Stiftung der Nationalmannschaft. Die Deutsche Meisterschaft im Straßenfußball der wohnungslosen Menschen zeigt dabei eindrucksvoll, welche positiven Auswirkungen Sport auf Selbstvertrauen, Gemeinschaft und gesellschaftliche Teilhabe haben kann.

„Fußball kann Menschen zusammenbringen, Türen öffnen und neue Perspektiven schaffen. Genau dafür steht die Deutsche Meisterschaft der wohnungslosen Menschen. Allen Beteiligten, insbesondere den Spielerinnen und Spielern sowie unserem Partner Anstoß, gilt großer Dank für ihr Engagement und ihren Einsatz. Obdach- und wohnungslose Menschen sind und bleiben im Fokus unseres Wirkens", sagt Tobias Wrzesinski, stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates der Stiftung der Nationalmannschaft.

Das Turnier auf dem Kennedyplatz hat einmal mehr bewiesen: Wenn der Ball rollt, treten soziale Hürden in den Hintergrund. Damit setzt die Deutsche Meisterschaft ein wichtiges Zeichen für Solidarität, Respekt und die Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben.

Von Grünberg aus stand ein Besuch auf dem DFB-Campus in Frankfurt auf dem Plan. Foto: DFB/Nico Florow
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Insgesamt 1.000 Teilnehmende waren bei den Fußball-Ferien-Freizeiten 2025 dabei. Foto: Klaus Venus/DFB-Stiftung Egidius Braun
Verschiedene Workshops zum Thema Demokratie standen auf dem Programm der Freizeitwochen. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
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DFB-Präsident Bernd Neuendorf besucht die Fußball-Ferien-Freizeiten in Hennef. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
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