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Eine 30-köpfige Gruppe ehrenamtlich engagierter Menschen verbrachte auf Einladung der DFB-Stiftungen Egidius Braun und Sepp Herberger sowie der Stiftung der Nationalmannschaft im Vorfeld des 83. DFB-Pokalfinales einige Tage in Berlin. Dort erlebten die Teilnehmenden im Rahmen der bundesweiten Mitmachaktion „Der Ehrentag“ ein abwechslungsreiches Programm – mit dabei war auch Katja Markert aus dem unterfränkischen Randersacker.
Katja Markert mag es, wenn Dinge funktionieren. Oder sich gut entwickeln. „Mein Ziel ist es, dass es besser läuft als geradeso, dass wir mehr schaffen, als bloß den Trainingsbetrieb aufrechtzuerhalten“, sagt die 45-Jährige. Wo sich viele mit dem Status quo zufriedengeben, weitermachen wie immer, hinterfragt die sie die Abläufe und packt an. Diese Einstellung macht die sie zu einer guten Fußball-Jugendleiterin bei der unterfränkischen SG Randersacker, zu einer wertvollen Ehrenamtlerin und zu einem Vorbild für andere.
Daher gehörte sie zu einer 30-köpfigen Gruppe ehrenamtlich engagierter Menschen, die auf Einladung der DFB-Stiftungen Egidius Braun und Sepp Herberger sowie der Stiftung der Nationalmannschaft im Vorfeld des 83. DFB-Pokalfinales der Männer in Berlin zusammenkam, um dort anlässlich des bundesweiten Ehrentages ein abwechslungsreiches Programm zu erleben. „Die Tage in Berlin waren toll. Ich habe es als sehr bereichernd empfunden, andere Menschen kennenzulernen, die intensiv ehrenamtlich engagiert sind und ein ähnliches Mindset wie ich haben“, erklärt Markert.
Wichtige Impulse für das weitere Engagement
Die Workshops und Vorträge hätten wichtige Impulse geliefert, betont sie, und der gemeinsame Besuch des DFB-Pokalfinals zwischen dem FC Bayern München und dem VfB Stuttgart (3:0) besondere Erinnerungen hinterlassen. „Das Highlight für mich war aber das Treffen mit Rudi Völler“, sagt sie. Mit dem Fußball-Weltmeister und heutigen DFB-Sportdirektor ganz ungezwungen zu sprechen, habe sich beinahe etwas surreal angefühlt, „schließlich kenne ich Rudi Völler noch als Gesicht auf den Sammelbildern meiner Kindheit“, erklärt sie. Er hat sich Zeit genommen und wirklich für unser Engagement interessiert“, so die Fränkin.
„Uns allen in der Mannschaft und dem Team hinter dem Team liegt es am Herzen, engagierte Menschen wie euch zu unterstützen“, betonte Völler und unterstrich mit Blick auf den Beginn seiner eigenen Karriere: „Ich weiß genau, wie wichtig das ist, was ihr tut. Mein Vater war in meinem Heimatverein in Hanau lange Jahre ehrenamtlich engagiert, hat unter anderem den Kiosk betreut“.
Der 90-malige A-Nationalspieler hat also seine Wurzeln an der oft zitierten Fußballbasis nicht vergessen. Und diese Basis kennt auch Markert nur allzu gut. In ihrem Verein in dem 3.400 Einwohner zählenden Weinort am südöstlichen Rand von Würzburg gibt es immer etwas zu tun. Als Jugendleiterin hat sie insbesondere die Geschicke der rund 100 Kinder und Jugendlichen zählenden Nachwuchsabteilung im Blick. Da gilt es den Trainingsbetrieb zu organisieren, Turniere und Ausflüge zu veranstalten und zuletzt der gesteigerten Nachfrage im Mädchenbereich mit passenden Angeboten zu begegnen.

Jeder soll seinen Platz im Verein finden
Stolz ist Markert darauf, drei Trainerinnen in ihrem Team zu wissen. Mütter, die selbst früher gespielt haben, sind so eingebunden und setzen eigene Akzente in der Nachwuchsarbeit mit Teams, in denen Jungen und Mädchen Seite an Seite auflaufen. Ganz nebenbei räumt man damit letzte Ressentiments gegenüber dem Mädchen- und Frauenfußball ab. „Ab und an trifft man noch auf Skepsis, aber die Akzeptanz ist inzwischen groß“, sagt die 45-Jährige, deren Maxime es ist, dass jeder unabhängig von seinem Talent seinen Platz im Verein finden soll.
Sie selbst hat nur kurze Zeit Fußball gespielt und über ihren Ehemann, einst selbst begeisterter Spieler, zur SG gefunden, wo zudem ihr zwölfjähriger Sohn kickt. „Anfangs habe ich nur die Jugendkasse übernommen“, schaut sie zurück. Mit der Zeit seien dann weitere Aufgaben hinzugekommen. Dass sie im Oktober vergangenen Jahres offiziell zur Jugendleiterin avancierte, sei dann beinahe ein logischer Schritt gewesen. Dabei ist Zeit auch in ihrem Leben ein knappes Gut. Markert ist als Projektmanagerin beruflich eingespannt und sie begleitet neben dem Sohn noch eine 14-jährige Tochter auf dem Weg ins Erwachsenenleben. Manches erledige sie nebenbei, sagt sie. Wenn andere Zeit in sozialen Netzwerken verbrächten, regele sie das ein oder andere für den Verein. Wenn es sein müsse, eben auch am Handy von der Couch aus. Um die Entwicklung im Verein weiterhin professionell vorantreiben zu können, befindet sie sich gerade in einer Weiterbildung zur Vereinsmanagerin, angeboten vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV).
Das strahlende Kinderlachen ist die beste Motivation
Ihre Motivation ist dabei „zuckersüß“, sagt sie. Es ist das strahlende Lachen der Kinder, wenn diese beim Training oder Spiel ein Tor erzielen oder einen anderen Erfolg bejubeln. „Wenn ich das sehe, geht mir das Herz auf“, stellt sie klar. Diese Momente seien der stärkste Rückenwind, um die Ärmel hochzukrempeln. Doch da ist noch ein weiterer Faktor, der sie antreibt. Das Gefühl der Gemeinschaft – „das ist ein Gewinn und ein Verein ist eine Gemeinschaft“, erklärt sie. Die Gesellschaft und das Vereinsleben verändern sich. Wir wollen wieder hin zur Gemeinschaft mit Sport und weg vom reinen Sportdienstleister.
Im Fußballverein bietet sich dabei ein weites Feld. Man müsse eben nur mit offenen Augen durch die Welt gehen, Gewohnheiten hinterfragen und bereit sein, neue Wege einzuschlagen. „Einfach mal machen“ lautet ihre Devise und nicht alles so weitermachen, weil es schon immer so war. Beim Anblick von altbackenen Trockengestecken in der örtlichen Sporthalle, kam ihr etwa die Idee, stattdessen große, dekorative Akustikbilder mit Motiven aus der Umgebung als Wandschmuck anzubringen. Geld wurde gesammelt, die Idee umgesetzt. In anderen Bereichen bringt Markert die Digitalisierung voran, Helferlisten für die Bewirtung bei Vereinsveranstaltungen werden etwa inzwischen online geführt und regelmäßig verfasst sie Newsletter, um über die Aktionen des Vereins zu informieren. Außerdem legt die zweifache Mutter großen Wert darauf, andere miteinzubinden, um Arbeiten auf viele Schultern zu verteilen. „Man muss das Mithelfen im Verein wieder als etwas Selbstverständliches etablieren, es müssen nicht immer dieselben Menschen am Grill stehen oder Kaffee ausschenken, stellt sie klar. „Ich wünsche mir, dass Leute, die etwas zu meckern haben, mit anpacken und helfen, es besser zu machen“, sagt Markert. Schon mit kleinen Mitteln könne man im Ehrenamt viel erreichen.