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Der ASV Waldsee wurde im Rahmen der Sepp-Herberger-Awards für sein Engagement im Handicap-Fußball geehrt – mit dem Preisgeld, guten Ideen und Einsatzfreude schuf man nun mit dem „Heldenpark“ Trainingsmöglichkeiten für alle Vereinsmitglieder.
Es war eine Fahrt nach Wolfsburg, die Stolz, Zuversicht und zumindest gefühlt einen klaren Arbeitsauftrag hinterließ. Bei der Verleihung des Sepp-Herberger-Awards der gleichnamigen DFB-Stiftung hatten die Verantwortlichen des ASV Waldsee in der Kategorie Handicap-Fußball den zweiten Platz erreicht, sich mit ihrem vorbildlichen Einsatz für Inklusion ein Preisgeld von 8.000 Euro verdient „und für uns war direkt klar, dass wir dieses Geld in unsere weiteren Aktivitäten zur Integration von Sportlerinnen und Sportlern mit Behinderung einbringen werden“, blickt Alexander Krieger auf jenen Tag im Frühjahr vergangenen Jahres zurück.
Als Vorsitzender des Vereins hatte er in Wolfsburg die Gratulationen entgegengenommen. Und er hatte sich auch in die Überlegungen eingebracht, was mit dem Preisgeld zu tun sei. In erster Linie überließ er diese Gedankenspiele aber jenen Vereinskollegen, um die es eigentlich geht. Die mehr als 40 Aktiven, die der seit rund drei Jahren bestehenden inklusiven Trainingsgruppe „ASV-Heroes“ um ihren Coach Achim Steinborn angehören oder Teil des Bewegungsangebotes für Heranwachsende unter dem Titel „Heroes Kids“ sind.

Neuer Fitnessparcours mit Calisthenics-Geräten und Trampolin
Seit wenigen Tagen kann nun das Resultat der Überlegungen und des daraus resultierenden Projekts bewundert werden: der Heldenpark, ein Fitnessparcours mit Calisthenics-Geräten und Trampolin, der allen Sportlerinnen und Sportlern des Klubs offensteht. Seit Jahresbeginn hatten Krieger, dessen Frau Katharina, weitere Angehörige sowie Mitglieder des Heroes-Teams und deren Eltern angepackt, um eine zuvor ungenutzte Freifläche unmittelbar neben dem Fußballplatz in einen attraktiven Trainingsbereich zu verwandeln.
Nun ist dort Krafttraining wahlweise für den Oberkörper oder die Beine möglich. Und wer will, kann Sprünge auf dem Trampolin wagen. „Alles ist hochwertig und wetterfest“, betont der 34-jährige Vereinsvorsitzende. Dafür habe das Preisgeld ausgereicht, weitere rund 1.000 Euro habe man von Unterstützern und aus der Vereinskasse erhalten, um die Baggerarbeiten zu finanzieren. Möglich machte die Anlage auch ein örtliches Bauunternehmen, das Pflanzsteine stiftete. Zudem wurde der Heldenpark so konzipiert, dass er erweitert werden kann. „Den Heroes war es vor allem ein Herzensanliegen, dass alle Vereinsmitglieder die Geräte nutzen können“, so Krieger, das habe man erreicht.
Einweihung im großen Rahmen
Da passte es perfekt, die Einweihung im großen Rahmen vorzunehmen: Beim Sportparkfest mit seinen vielfältigen Angeboten, die es allen Sparten des rund 750 Mitglieder zählenden Klubs und seinen Sponsoren alle zwei Jahre ermöglichen, sich einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Zum Programm gehörten Mitmachaktionen wie das DFB-Abzeichen, die Inbetriebnahme der neuen Flutlichtanlage und ein Turnier für Inklusionsteams, an dem sich sechs Mannschaften beteiligten und selbstverständlich auch die Heroes kräftig mitmischten. Thorsten Richter, der als Leiter der Kommission Inklusion des Südwestdeutschen Fußballverbands bei der Heldenpark-Eröffnung vor Ort war, imponiert die intensive Einbindung der Menschen mit Handicap ins Vereinsleben. Das Engagement des ASV Waldsee im Inklusionsfußball sei beeindruckend, sagt er, gerade weil es so unaufgeregt, so unaufgesetzt und so herzlich sei. „Wir sind daher froh, seit anderthalb Jahren in Waldsee einen der beiden Inklusionsstützpunkte im Verbandsgebiet zu betreiben“, sagt er. „Dort wird extrem gute Arbeit geleistet. Und das mit einer Selbstverständlichkeit, die wir uns immer erträumt haben“, stellt Richter klar.

Beste Erinnerungen an Verleihung der Sepp-Herberger-Awards
Dieser Einsatz macht von sich Reden. „Der ASV Waldsee ist ein Vorbild für andere. Dort zeigt sich, wie bereichernd inklusive Fußballangebote für das Vereinsleben sind“, betont auch Tobias Wrzesinski, Geschäftsführer der DFB-Stiftung Sepp Herberger, die sich seit fast 50 Jahren für Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Handicap stark macht. Wrzesinski zählte ebenfalls zu den Gratulanten bei der Heldenpark-Eröffnung und auch bei der damaligen Verleihung der Sepp-Herberger-Awards in Wolfsburg.
Dieser Tag schafft immer wieder einzigartige Momente. Das hat auch Krieger, der Vereinschef aus der 6.000 Einwohner zählenden Ortsgemeinde wenige Kilometer südlich von Mannheim erlebt. „Das war etwas ganz Besonderes“, sagt Krieger, der nicht nur Glückwünsche und Preisgeld in Empfang nahm, sondern auch Prominenten wie Weltmeister Philipp Lahm und Trainerlegende Otto Rehhagel für ein gemeinsames Foto posieren durfte. „Die Sepp-Herberger-Awards waren die größte Art der Wertschätzung für die Arbeit, die wir hier leisten. Neben den positiven Rückmeldungen aus den Reihen der Mitgliederschaft ist genau dieses Feedback meine Motivation“, sagt er. Auf der großen Bühne des deutschen Fußballs zu stehen und sich später bei einem Getränk mit Philipp Lahm auszutauschen sei ein Schulterklopfer par excellence gewesen.