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Vom 18. bis 20. September 2026 führte das zweite Wochenende der GOAL, GIRL!-Akademie die 20 Teilnehmerinnen nach Berlin. Nach dem Auftakt in Grünberg standen diesmal mentale Gesundheit, moderne Führung und die persönliche Netzwerkarbeit im Mittelpunkt. Zahlreiche Role Models aus Fußball, Medien und Wirtschaft gaben Einblicke in ihren Werdegang und ermutigten die Teilnehmerinnen, ihren eigenen Weg selbstbewusst zu gehen.
Zum Auftakt besuchte die Gruppe den Axel Springer Verlag. Im Austausch mit den Redakteurinnen Antonia Maiwald und Joena Wohlenberg erhielten die Teilnehmerinnen direkte Einblicke in den Sportjournalismus und die spezifischen Herausforderungen für Frauen im Sportbusiness. Anschließend erläuterte SPORT BILD-Ressortleiter Christian Kynast die Entstehung einer Magazin-Ausgabe von der Themenfindung bis zum Druck. Die Teilnehmerinnen brachten dabei aktiv ihre eigene Perspektive ein und diskutierten kritisch die Sichtbarkeit von Frauen in den Medien – ein Austausch, der einmal mehr verdeutlichte, wie entscheidend weibliche Vorbilder für die Wahrnehmung im Sportbusiness sind.
Am Abend rückte das Thema mentale Gesundheit in den Fokus. Im Talk mit Lena Lotzen, Co-Trainerin der weiblichen U17-Nationalmannschaft, und Paula Isringhausen, Sportpsychologin von Hertha BSC, ging es um den Umgang mit Druck und die Herausforderungen des Leistungssports. Die Diskussion machte deutlich: Mentale Gesundheit ist ein ebenso zentraler Baustein wie körperliches Training. Es braucht Offenheit, Unterstützung anzunehmen und auch in schwierigen Phasen auf die eigene Belastbarkeit zu achten.

„Stark im Kopf“ und die Frage nach guter Führung
Am Samstag vertieften die Teilnehmerinnen das Thema mentale Stärke in einem Workshop mit Paula Isringhausen unter dem Titel „Stark im Kopf – Umgang mit Fehlern, Druck und Selbstzweifeln im Fußball“. Im Zentrum stand die Erkenntnis, dass sich das äußere Umfeld zwar nicht immer steuern lässt – wohl aber die eigene Reaktion darauf. Als praktisches Werkzeug lernten die Teilnehmerinnen die „STOPP“-Methode kennen, um nach Fehlern bewusst einen Schlussstrich zu ziehen. Eine griffige Eselsbrücke blieb besonders hängen: „Sei ein Goldfisch!“ –Situation kurz wahrnehmen, daraus lernen und den Blick sofort wieder nach vornerichten.
Anschließend richtete sich der Blick auf die eigene Führungsrolle. Gemeinsam mit der Initiative „Fußball kann mehr“ beschäftigten sich die Teilnehmerinnen mit der Frage: „Welche Führungskraft möchte ich sein?“ In persönlichen Steckbriefen machten sie ihre Stärken, Erfolge und Netzwerke sichtbar. Im World Café tauschten sie sich zudem über Erfahrungen aus, wie es sich anfühlt, in bestimmten Positionen „die Erste oder die Einzige“ zu sein.
Am Abend berichtete Anna Aehling vom 1. FC Union Berlin von ihren Erfahrungen während ihrer inzwischen fast einjährigen Verletzungspause. Dabei sprach sie auch über die Bedeutung des Teams und des Zusammenhalts: „Menschlichkeit im Fußball ist genauso wichtig wie Talent und Spielverständnis.“
Perspektiven für den Frauenfußball und Mut zur Verantwortung
Der Sonntag stand ganz im Zeichen von Zukunftsperspektiven. Larissa Kneisel, Koordinatorin für Frauenfußball beim DFB, gab Einblicke in die DFB-Strategie Frauen im Fußball - FF27, die bisherigen Fortschritte und den Blick nach vorn: Auf die Chancen, die die WEURO 2029 für den Frauen- und Mädchenfußball eröffnet.
Zum Abschluss traf die Gruppe auf Diana Riessland (Deutsche Bahn), die als Führungskraft Verantwortung für mehr als 2.500 Mitarbeitende trägt. Sie sprach über ihren beruflichen Werdegang und ermutigte die Teilnehmerinnen mit einer klaren Botschaft zur Eigeninitiative: „Seid mutig, übernehmt Verantwortung und glaubt an eure Fähigkeiten.“
Nach drei intensiven Tagen in Berlin geht die GOAL, GIRL!-Akademie damit einen weiteren Schritt auf dem gemeinsamen Weg: mit neuen Perspektiven, gestärktem Selbstvertrauen und einem Netzwerk, das die Teilnehmerinnen auch über die Akademie hinaus miteinander verbindet.
