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Die langjährige Nationalspielerin Ariane Hingst besuchte kürzlich die Justizvollzugsanstalt für Frauen in Berlin. Die zweifache Fußball-Weltmeisterin leitete dort ein Fußballtraining mit weiblichen Jugendstrafgefangenen und nahm sich im Anschluss viel Zeit für persönliche Gespräche über individuelle Lebenswege sowie Perspektiven nach der Haft.
„Viele Frauen bei uns müssen häufig erst für sportliche Aktivitäten motiviert werden – der innere Antrieb fehlt oft“, erklärt Sandra Rodrigues Silva, Leiterin der Abteilung Soziale Arbeit in der JVA für Frauen Berlin. „Gleichzeitig ist Bewegung für unsere Inhaftierten von großer Bedeutung, um gesundheitlichen Herausforderungen entgegenzuwirken“, so Rodrigues Silva weiter. Die Teilanstalt Lichtenberg ist für den weiblichen Jugendstrafvollzug zuständig und bietet den Jugendlichen unter anderem eigene schulische Maßnahmen, einen separaten Arbeitsbetrieb sowie spezielle Behandlungs- und Freizeitangebote.

Im Rahmen dieser Angebote wurde nun eine neue Sportgruppe gegründet, die künftig an einem Pilotprojekt der DFB-Stiftung Sepp Herberger für weibliche Strafgefangene teilnehmen wird. Ziel des Projekts ist es, spezielle Programme aus den Handlungsfeldern „Sport“, „Gesundheit“ und „soziales Umfeld“ für inhaftierte Frauen zu entwickeln. „Durch ein regelmäßiges Sportangebot sollen psychische Belastungen reduziert und das Selbstwertgefühl der jungen Frauen gestärkt werden“, erläutert Christine Lambrecht, Bundesministerin a.D. und Kuratoriumsmitglied der DFB-Stiftung Sepp Herberger. Unterstützt wird das Projekt durch den Berliner Fußball-Verband, insbesondere bei der Umsetzung von Fußballangeboten.

Umsetzung in mehreren Bundesländern geplant
Der Besuch von Ariane Hingst diente als vorbereitende Maßnahme für das Resozialisierungsprojekt, das künftig auch im Frauenbereich in weiteren Justizvollzugsanstalten anderer Bundesländer umgesetzt werden soll. Im Austausch mit den Jugendlichen stellte die 174-fache A-Nationalspielerin viele Fragen, hörte aufmerksam zu und gab ihnen persönliche Impulse mit auf den Weg: „Ihr habt den Großteil eures Lebens noch vor euch. Gestaltet eure Zukunft aktiv und nutzt die Chancen, die euch hier geboten werden, für euren Neustart.“
Im Rahmen des Termins überreichten Tobias Wrzesinski, Geschäftsführer der DFB-Stiftung Sepp Herberger, und Christine Lambrecht zusammen mit Ariane Hingst einen Trikotsatz an die Spielerinnen.
Ein wichtiger Grundstein für das neue Resozialisierungsprojekt in Berlin ist gelegt: Künftig werden sich die inhaftierten Frauen als Team gemeinsam auf ihren Weg zurück in die Gesellschaft vorbereiten.