14.5.2026

Die Tandem Young Coach-Ausbildung setzt starke Impulse für die Inklusion

Dass Menschen mit Behinderung nicht nur leidenschaftliche Fußballer, sondern auch talentierte Trainer sein können, bewies die diesjährige Tandem Young Coach-Ausbildung an der Sportschule Schöneck. Vom 29. April bis zum 03. Mai wurden 22 Teilnehmende in einem innovativen Modell qualifiziert, das Inklusion direkt an die Seitenlinie bringt.

Die Ausbildung wird jährlich von der Football Club Social Alliance (FCSA) in Zusammenarbeit mit der Scort Foundation durchgeführt und durch die DFB-Stiftung Sepp Herberger sowie die DFL Stiftung gefördert. Das Ziel ist klar: Eine Lücke in den bestehenden Fußballstrukturen zu schließen und Menschen mit Behinderung den Weg in die Trainerrolle zu ebnen.

(c) Scort – Football Club Social Alliance

Gemeinsam wachsen im Tandem-Modell

Das Herzstück des Projekts ist der Tandem-Ansatz. Jeweils eine Person mit Behinderung (Young Coach) und eine Person ohne Behinderung (Tandempartner) durchlaufen die Ausbildung gemeinsam. „Mit der Ausbildung schließen wir eine Lücke, die in der Regeltrainer-Ausbildung oft nicht berücksichtigt wird“, erklärt Instruktor Timo Podsendek vom SV Werder Bremen. „Hier wird es Menschen mit Behinderung ermöglicht, auf ihre Weise und in ihrem Tempo zu lernen.“

In Theorie und Praxis erarbeiteten sich die Tandems die Grundlagen der Trainingsplanung. „Jeder wird dort abgeholt, wo er steht“, betont Tim Müller, Instruktor von Bayer 04 Leverkusen. Dass dieses Konzept aufgeht, zeigte sich auf dem Platz. Jule, eine Tandempartnerin vom FC Freiburg – St. Georgen, zog ein positives Fazit: „Ich habe gemerkt, wie viel Verantwortung ich abgeben kann. Man kann den Young Coaches mehr zutrauen, als wir beide dachten.“

(c) Scort – Football Club Social Alliance

Einbindung von Experten mit Behinderung stärkt den inklusiven Ansatz

Ein besonderer Fokus lag in diesem Jahr auf der Einbindung von Referenten mit „gelebter Erfahrung“. So gab eine ehemalige Teilnehmerin Einblicke in ihre Arbeit als Trainerin im Autismus-Spektrum. Zudem vermittelten Spieler der Blindenfußball-Bundesliga des MTV Stuttgart den Teilnehmenden neue Perspektiven für die Kommunikation auf dem Platz.

Diese Erfahrungen stärkten das Selbstbewusstsein der neuen Trainer sichtlich. „Als mir die Instruktoren zugetraut haben, allein mit einem anderen Young Coach eine Übung durchzuführen, war ich sprachlos und sehr stolz“, berichtet Julius, Young Coach vom VfB Stuttgart. Auch Ciara Widmann, Instruktorin vom 1. FSV Mainz 05, beobachtete diese Entwicklung: „Es war schön zu sehen, wie die Tandempartner sich zurückgenommen haben, um den Young Coaches die Fläche zu bieten, während sie im Hintergrund unterstützend zur Seite standen.“

(c) Scort – Football Club Social Alliance

Kooperation mit dem Badischen Fußballverband

Mit dem Ziel, den Inklusionsfußball weiter zu stärken und in die Fläche der etablierten Fußballstrukturen zu tragen, wurde die Ausbildung in Kooperation mit dem Badischen Fußballverband für alle Teilnehmenden als kleine Fortbildungsmaßnahme (4 LE) anerkannt. Damit erhielten auch die Young Coaches eine offizielle Teilnahmebestätigung durch einen deutschen Fußball-Landesverband. Die gleichwertige Anerkennung der Leistungen von den Teilnehmenden mit und ohne Behinderung setzt ein weiteres starkes Zeichen für Inklusion.

In diesem Jahr waren vier Tandems aus den FCSA-Partnerclubs FC Basel 1893, Bayer 04 Leverkusen, FK Austria Wien und 1. FSV Mainz 05 sowie sieben Tandems, die aus den deutschen Landesverbänden von der DFB-Stiftung Sepp Herberger und DFL Stiftung ausgewählt wurden, vertreten. Nach dem erfolgreichen Abschluss kehren die elf Tandems nun in ihre Heimatvereine zurück. Ausgestattet mit neuem Wissen über Trainingsorganisation und Flexibilität, wie Young Coach Cayan (FC Freiburg – St. Georgen) betont, werden sie dort künftig gemeinsam ihre Mannschaften leiten und den Inklusionsfußball in Deutschland weiter stärken.

Von Grünberg aus stand ein Besuch auf dem DFB-Campus in Frankfurt auf dem Plan. Foto: DFB/Nico Florow
Eine zusätzliche Freizeit für Kinder nach onkologischer Erkrankung fand in Malente statt. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun
Der fußballbegeisterte SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf besuchte die Fußball-Ferien-Freizeit in Malente. Foto: Martin Ziemer/Getty Images
Der ehemalige Trainer von RB Leipzig Marco Rose war für einen Wertedialog in Leipzig zu Gast. Foto: Jens Schlüter/Getty Images
Ein Besuch im Bundesverfassungsgericht stand bei der Freizeit in Schöneck (Karlsruhe) auf dem Programm. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
U19-Nationaltrainer Hanno Balitsch leitete eine Trainingseinheit in Edenkoben. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
FIFA-Schiedsrichter Harm Osmers gab in Malente Einblicke in das Leben eines Profi-Schiedsrichters. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun
Neben verschiedenen Ausflügen und Bildungsaktivitäten stand natürlich der Fußball im Mittelpunkt der Freizeiten. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
Von Hennef aus ging es für eine Führung nach Leverkusen in die BayArena – inklusive Gespräch mit dem Geschäftsführer Simon Rolfes. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
Insgesamt 1.000 Teilnehmende waren bei den Fußball-Ferien-Freizeiten 2025 dabei. Foto: Klaus Venus/DFB-Stiftung Egidius Braun
Verschiedene Workshops zum Thema Demokratie standen auf dem Programm der Freizeitwochen. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
Der ehemalige Ministerpräsident Volker Bouffier tauschte sich in einem Wertedialog mit den Teilnehmenden einer Freizeit in Grünberg aus. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
DFB-Präsident Bernd Neuendorf besucht die Fußball-Ferien-Freizeiten in Hennef. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
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