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Saskia Loth war eine von 19 Teilnehmenden der diesjährigen Egidius-Braun-Akademie in der Sportschule Grünberg. Die DFB-Stiftung Egidius Braun hatte junge Ehrenamtliche dorthin eingeladen, um ihr Engagement nachhaltig zu stärken, ihre Arbeit wertzuschätzen und ihnen neue Wege im Vereinsleben aufzuzeigen.
Fünf Tage lang drehte sich für die 29-Jährige alles um die Zukunft des Ehrenamts. Die bundesweite Initiative vernetzt junge, engagierte Menschen im Fußball und stärkt sie in ihrem alltäglichen Tun. Loth trainiert mehrere Jugendmannschaften und pfeift als Schiedsrichterin für die FSSV Karlsruhe, einen Fußballverein aus dem Badischen Fußballverband.
Wer Loth fragt, was sie genau ehrenamtlich macht, bekommt keine kurze Antwort. Und das zu Recht. Denn ihr Engagement ist vielfältig. Als Trainerin im Nachwuchsbereich gibt sie ihre Erfahrungen an junge Spielerinnen und Spieler weiter und begleitet deren Entwicklung. Und das nicht nur sportlich, sondern auch menschlich. Parallel ist sie als Schiedsrichterin aktiv. Sie pfeift Spiele für die FSSV Karlsruhe und begleitet auf Kreisebene neue Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter während ihrer ersten drei Begegnungen.
Aber warum engagiert sie sich ehrenamtlich? Und warum investiert sie viel Zeit in dieses Hobby? „Mir ist es wichtig, wenn ich etwas zurückgeben kann. Ich bin auch begeisterte Fußballerin und war immer froh, gute Trainerinnen oder Trainer zu haben, die mich gefordert und gefördert haben“, sagt Loth. „Und auch die Schiedsrichterei ist mir wichtig. Ohne Unparteiische würde der Fußball nicht funktionieren. Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter bekommen viel zu selten die Wertschätzung, die sie verdient haben.“
„Das Schönste ist, die Entwicklung zu sehen"
Was Loth an ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten jedoch am meisten motiviert, kann sie ziemlich klar formulieren: „Das Schönste ist immer, wenn ich die Entwicklung über einen längeren Zeitraum sehe und erkenne, dass sich das Engagement gelohnt hat. Ich habe früher in Berlin Mädchen trainiert – und manche von denen spielen jetzt im Erwachsenenbereich, manche sogar Richtung Regionalliga. Einzelne sind inzwischen in U 15-Nationalmannschaften. Das ist natürlich toll zu sehen."
Aber es geht ihr nicht nur um die Talente, die es bis in die Spitze schaffen. Es geht ihr um alle. Es geht ihr um den Amateurfußball, um das Ehrenamt. Denn das eine funktioniert nur, weil es das andere gibt. „Amateurfußball würde ohne das Ehrenamt nicht funktionieren“, sagt sie. „Wir können das System so nur aufrechterhalten, weil es in Deutschland ganz viele gibt, die sich einbringen und etwas erreichen wollen.“
Loth bekommt für ihre Tätigkeiten eine kleine Aufwandsentschädigung. Aber dafür macht sie das nicht. Sie macht das, weil sie genau weiß, dass das Ehrenamt das Fundament ist, auf dem dieser Sport steht. Es zu schützen, zu würdigen und zu stärken – das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Spannendes Programm und viele neue Eindrücke
Und genau an diesem Punkt hat auch die fünftägige Egidius-Braun-Akademie angesetzt. Das bundesweite Programm bringt junge ehrenamtlich engagierte Menschen im Fußball für fünf Tage zusammen, um sie zu fördern, zu vernetzen und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen. Benannt ist sie nach dem langjährigen DFB-Präsidenten Egidius Braun, der das Ehrenamt zeitlebens als Herzstück des Fußballs betrachtete.
Einige Tage sind inzwischen vergangen, aber bei Loth sind die Erinnerungen noch frisch. Themen wie Kommunikation, Fundraising und mentale Stärke standen ebenso auf der Agenda wie ein Besuch am DFB-Campus in Frankfurt. „Ich fand es wirklich cool, dass man mal aus seiner eigenen Bubble rausgekommen ist und Ehrenamtliche aus ganz Deutschland kennenlernen und mit ihnen fünf Tage verbringen konnte, betont Loth: „Denn sonst arbeiten Ehrenamtliche oft in ihren lokalen Strukturen und haben wenig Gelegenheit, über den eigenen Tellerrand zu schauen, andere Ansätze kennenzulernen und andere Perspektiven zu hören.“
Eine klare Empfehlung
Würde Loth die Teilnahme an der Egidius-Braun-Akademie also weiterempfehlen? Die Antwort kommt ohne Zögern: „Ja, auf jeden Fall. Es hat mich wirklich weitergebracht. Die Mischung aus hochwertigem Programm, ehrlichem Austausch und echter Gemeinschaft macht die Akademie zu einem Erlebnis, das weit über eine klassische Fortbildung hinausgeht.“