16.7.2026

Neue Impulse für die Basis: Saskia Loth nimmt wertvolle Perspektiven aus der Egidius-Braun-Akademie mit nach Karlsruhe

Saskia Loth war eine von 19 Teilnehmenden der diesjährigen Egidius-Braun-Akademie in der Sportschule Grünberg. Die DFB-Stiftung Egidius Braun hatte junge Ehrenamtliche dorthin eingeladen, um ihr Engagement nachhaltig zu stärken, ihre Arbeit wertzuschätzen und ihnen neue Wege im Vereinsleben aufzuzeigen. 

Fünf Tage lang drehte sich für die 29-Jährige alles um die Zukunft des Ehrenamts. Die bundesweite Initiative vernetzt junge, engagierte Menschen im Fußball und stärkt sie in ihrem alltäglichen Tun. Loth trainiert mehrere Jugendmannschaften und pfeift als Schiedsrichterin für die FSSV Karlsruhe, einen Fußballverein aus dem Badischen Fußballverband.

Wer Loth fragt, was sie genau ehrenamtlich macht, bekommt keine kurze Antwort. Und das zu Recht. Denn ihr Engagement ist vielfältig. Als Trainerin im Nachwuchsbereich gibt sie ihre Erfahrungen an junge Spielerinnen und Spieler weiter und begleitet deren Entwicklung. Und das nicht nur sportlich, sondern auch menschlich. Parallel ist sie als Schiedsrichterin aktiv. Sie pfeift Spiele für die FSSV Karlsruhe und begleitet auf Kreisebene neue Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter während ihrer ersten drei Begegnungen. 

Aber warum engagiert sie sich ehrenamtlich? Und warum investiert sie viel Zeit in dieses Hobby? „Mir ist es wichtig, wenn ich etwas zurückgeben kann. Ich bin auch begeisterte Fußballerin und war immer froh, gute Trainerinnen oder Trainer zu haben, die mich gefordert und gefördert haben“, sagt Loth. „Und auch die Schiedsrichterei ist mir wichtig. Ohne Unparteiische würde der Fußball nicht funktionieren. Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter bekommen viel zu selten die Wertschätzung, die sie verdient haben.“

Saskia Lohnt nimmt nicht nur eine Urkunde von der Egidius-Braun-Akademie mit.

„Das Schönste ist, die Entwicklung zu sehen"

Was Loth an ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten jedoch am meisten motiviert, kann sie ziemlich klar formulieren: „Das Schönste ist immer, wenn ich die Entwicklung über einen längeren Zeitraum sehe und erkenne, dass sich das Engagement gelohnt hat. Ich habe früher in Berlin Mädchen trainiert – und manche von denen spielen jetzt im Erwachsenenbereich, manche sogar Richtung Regionalliga. Einzelne sind inzwischen in U 15-Nationalmannschaften. Das ist natürlich toll zu sehen."

Aber es geht ihr nicht nur um die Talente, die es bis in die Spitze schaffen. Es geht ihr um alle. Es geht ihr um den Amateurfußball, um das Ehrenamt. Denn das eine funktioniert nur, weil es das andere gibt. „Amateurfußball würde ohne das Ehrenamt nicht funktionieren“, sagt sie. „Wir können das System so nur aufrechterhalten, weil es in Deutschland ganz viele gibt, die sich einbringen und etwas erreichen wollen.“

Loth bekommt für ihre Tätigkeiten eine kleine Aufwandsentschädigung. Aber dafür macht sie das nicht. Sie macht das, weil sie genau weiß, dass das Ehrenamt das Fundament ist, auf dem dieser Sport steht. Es zu schützen, zu würdigen und zu stärken – das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Im Rahmen der Akademie konnten sich die Teilnehmenden auch im Blindenfußball versuchen.

Spannendes Programm und viele neue Eindrücke

Und genau an diesem Punkt hat auch die fünftägige Egidius-Braun-Akademie angesetzt. Das bundesweite Programm bringt junge ehrenamtlich engagierte Menschen im Fußball für fünf Tage zusammen, um sie zu fördern, zu vernetzen und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen. Benannt ist sie nach dem langjährigen DFB-Präsidenten Egidius Braun, der das Ehrenamt zeitlebens als Herzstück des Fußballs betrachtete.

Einige Tage sind inzwischen vergangen, aber bei Loth sind die Erinnerungen noch frisch. Themen wie Kommunikation, Fundraising und mentale Stärke standen ebenso auf der Agenda wie ein Besuch am DFB-Campus in Frankfurt. „Ich fand es wirklich cool, dass man mal aus seiner eigenen Bubble rausgekommen ist und Ehrenamtliche aus ganz Deutschland kennenlernen und mit ihnen fünf Tage verbringen konnte, betont Loth: „Denn sonst arbeiten Ehrenamtliche oft in ihren lokalen Strukturen und haben wenig Gelegenheit, über den eigenen Tellerrand zu schauen, andere Ansätze kennenzulernen und andere Perspektiven zu hören.“

Eine klare Empfehlung

Würde Loth die Teilnahme an der Egidius-Braun-Akademie also weiterempfehlen? Die Antwort kommt ohne Zögern: „Ja, auf jeden Fall. Es hat mich wirklich weitergebracht. Die Mischung aus hochwertigem Programm, ehrlichem Austausch und echter Gemeinschaft macht die Akademie zu einem Erlebnis, das weit über eine klassische Fortbildung hinausgeht.“

Von Grünberg aus stand ein Besuch auf dem DFB-Campus in Frankfurt auf dem Plan. Foto: DFB/Nico Florow
Eine zusätzliche Freizeit für Kinder nach onkologischer Erkrankung fand in Malente statt. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun
Der fußballbegeisterte SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf besuchte die Fußball-Ferien-Freizeit in Malente. Foto: Martin Ziemer/Getty Images
Der ehemalige Trainer von RB Leipzig Marco Rose war für einen Wertedialog in Leipzig zu Gast. Foto: Jens Schlüter/Getty Images
Ein Besuch im Bundesverfassungsgericht stand bei der Freizeit in Schöneck (Karlsruhe) auf dem Programm. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
U19-Nationaltrainer Hanno Balitsch leitete eine Trainingseinheit in Edenkoben. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
FIFA-Schiedsrichter Harm Osmers gab in Malente Einblicke in das Leben eines Profi-Schiedsrichters. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun
Neben verschiedenen Ausflügen und Bildungsaktivitäten stand natürlich der Fußball im Mittelpunkt der Freizeiten. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
Von Hennef aus ging es für eine Führung nach Leverkusen in die BayArena – inklusive Gespräch mit dem Geschäftsführer Simon Rolfes. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
Insgesamt 1.000 Teilnehmende waren bei den Fußball-Ferien-Freizeiten 2025 dabei. Foto: Klaus Venus/DFB-Stiftung Egidius Braun
Verschiedene Workshops zum Thema Demokratie standen auf dem Programm der Freizeitwochen. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
Der ehemalige Ministerpräsident Volker Bouffier tauschte sich in einem Wertedialog mit den Teilnehmenden einer Freizeit in Grünberg aus. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
DFB-Präsident Bernd Neuendorf besucht die Fußball-Ferien-Freizeiten in Hennef. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
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