7.5.2026

Sport und Geschichte verstehen – Jüdische Sportstars in Rostock

Die vielleicht älteste und reichweitenstärkste Initiative der Erinnerungskultur im deutschen Sport tourt wieder durch Deutschland: Seit 2015 erinnert die Outdoor-Ausstellung „Zwischen Erfolg und Verfolgung – Jüdische Stars im deutschen Sport bis 1933 und danach“ an 17 herausragende Athletinnen und Athleten und ihre Verfolgung in der NS-Zeit. Zum Auftakt der diesjährigen Tournee wurde die kostenlose und öffentlich zugängliche Ausstellung heute auf dem Vorplatz des Kröpeliner Tors in der Rostocker Innenstadt offiziell eröffnet.

Die „vertikalen Stolpersteine“ sind im öffentlichen Stadtbild nicht zu übersehen: 15 lebensgroße, in schwarz-weiß abgebildete Figuren, durch ihre Kleidung und Haltung sofort als Sportlerinnen und Sportler erkennbar. Einmal aufmerksam geworden und näher an die Figuren herangegangen, erkennt man schnell die historischen Persönlichkeiten wie Eishockeyspieler Rudi Ball, Basketballer Ralph Klein, Leichtathletin Gretel Bergmann, Boxer Erich Seelig oder Fußballer Julius Hirsch.

Sie alle sind Sportlerinnen und Sportler jüdischen Glaubens, die in den Jahren bis 1933 und danach ihre Sportarten prägten, herausragende Leistungen erzielten und Titel gewannen. In Nationalmannschaften, bei Welt- oder Europameisterschaften, mit Olympiasiegen und Rekorden zählten sie zu den gefeierten Idolen ihrer Zeit. Nur aufgrund ihrer jüdischen Herkunft wurden sie im NS-Staat ausgegrenzt, entrechtet, zur Flucht gedrängt oder ermordet.

Die 2015 von der DFB-Kulturstiftung gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien erdachte und konzipierte Ausstellung ist seit ihrer ersten Präsentation auf dem Washingtonplatz vor dem Berliner Hauptbahnhof auf Deutschlandtournee. Speziell für den Outdoor-Einsatz konzipiert, holt sie Menschen dort ab, wo sie sowieso vorbeikommen: auf großen öffentlichen Plätzen, in Einkaufsstraßen, vor Bahnhöfen oder auch vor kulturellen Institutionen. Und das mit nachhaltigem Erfolg. Auf mehr als 50 Stationen haben (konservativ geschätzt) zwischen einer halben bis einer Millionen Besucherinnen und Besucher die Ausstellung besucht. Dennoch schafft die aktuelle Station in Rostock ein Novum: Als erster Standort in Mecklenburg-Vorpommern ist die Präsenz der „vertikalen Stolpersteine“ in allen 16 Bundesländern komplettiert.

Erinnern, gedenken, lernen – unter diesem Motto finden auch in Rostock zahlreiche Veranstaltungen im Begleitprogramm statt. Durchgeführt und gefördert werden sie von einem breiten Bündnis von lokalen und regionalen Institutionen aus Kultur, Politik, Sport und Zivilgesellschaft, wie dem Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern, dem Beauftragten des Landes für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus, der Landeszentrale für politische Bildung sowie der Konrad-Adenauer-, der Heinrich-Böll- und der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Die ausführlichen Biografien der Sportlerinnen und Sportler sind über QR-Codes mit den Ausstellungsfiguren verbunden und auf dieser Webpage zu finden. Die jüdische Sportgeschichte kann noch bis zum 28. Mai hautnah und kostenlos auf dem Vorplatz des Kröpeliner Tors in Rostock erlebt werden. Anschließend tourt sie weiter nach Duisburg und Siegen. Die Ausstellung ist ein Projekt des Zentrums deutsche Sportgeschichte e. V. mit wechselnden Partnern, gefördert durch die DFB-Kulturstiftung, den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und die Staatsministerin für Sport und Ehrenamt.

Von Grünberg aus stand ein Besuch auf dem DFB-Campus in Frankfurt auf dem Plan. Foto: DFB/Nico Florow
Eine zusätzliche Freizeit für Kinder nach onkologischer Erkrankung fand in Malente statt. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun
Der fußballbegeisterte SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf besuchte die Fußball-Ferien-Freizeit in Malente. Foto: Martin Ziemer/Getty Images
Der ehemalige Trainer von RB Leipzig Marco Rose war für einen Wertedialog in Leipzig zu Gast. Foto: Jens Schlüter/Getty Images
Ein Besuch im Bundesverfassungsgericht stand bei der Freizeit in Schöneck (Karlsruhe) auf dem Programm. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
U19-Nationaltrainer Hanno Balitsch leitete eine Trainingseinheit in Edenkoben. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
FIFA-Schiedsrichter Harm Osmers gab in Malente Einblicke in das Leben eines Profi-Schiedsrichters. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun
Neben verschiedenen Ausflügen und Bildungsaktivitäten stand natürlich der Fußball im Mittelpunkt der Freizeiten. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Klaus Venus
Von Hennef aus ging es für eine Führung nach Leverkusen in die BayArena – inklusive Gespräch mit dem Geschäftsführer Simon Rolfes. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
Insgesamt 1.000 Teilnehmende waren bei den Fußball-Ferien-Freizeiten 2025 dabei. Foto: Klaus Venus/DFB-Stiftung Egidius Braun
Verschiedene Workshops zum Thema Demokratie standen auf dem Programm der Freizeitwochen. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
Der ehemalige Ministerpräsident Volker Bouffier tauschte sich in einem Wertedialog mit den Teilnehmenden einer Freizeit in Grünberg aus. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
DFB-Präsident Bernd Neuendorf besucht die Fußball-Ferien-Freizeiten in Hennef. Foto: DFB-Stiftung Egidius Braun/Carsten Kobow
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