Internationales Walther Bensemann Gedächtnisturnier

Schon vor mehr als 100 Jahren erkannte und nutzte Walther Bensemann, einer der wichtigsten Pioniere des deutschen Fußballs, die Kraft des Fußballs. An ihn erinnert das Internationale Walther Bensemann Gedächtnisturnier, erstmals 1934 von IOC-Mitglied Albert Mayer und FIFA-Generalsekretär Dr. Ivo Schricker initiiert. Damit gilt es als das älteste Jugendfußballturnier Europas und steht seit der ersten Austragung 1937 für internationalen Austausch, sportliche Fairness und gesellschaftliche Verantwortung.

Die sechs teilnehmenden Mannschaften 2025 in der Fußballhalle am DFB-Campus. (Foto: Yuliia Perekopaiko/DFB)

Am 28. Januar 1900 gab der fußballbegeisterte Bankierssohn Walther Bensemann (1874 – 1934) bei der Gründungsversammlung des Deutschen Fußball-Bundes in Leipzig dem DFB als einer der Gründungsväter seinen bis heute gültigen Namen. Zuvor hatte er bereits die sogenannten „Ur-Länderspiele“ – internationale Auswahlbegegnungen gegen französische und englische Teams – organisiert und war an der Gründung zahlreicher Traditionsvereine beteiligt. 1920 gründete er das Fußballmagazin Kicker. Als deutsch-jüdischer Intellektueller, Kosmopolit und sportlicher Visionär stand Bensemann in seiner Zeit als unermüdlicher Vorkämpfer für ein weltoffenes, internationales Spiel. Nach der Flucht aus NS-Deutschland starb er 1934 im Schweizer Exil.

Nach langer Pause belebte das freie Netzwerk „!NieWieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball“ das Turnier im Juli 2022 wieder: In Trägerschaft von MAKKABI Deutschland nahmen acht nationale und internationale Mannschaften am Turnier in Nürnberg teil. Zu den Förderern zählten neben der DFB-Kulturstiftung die UEFA und die DFL Stiftung. 2025 beschloss der DFB anlässlich seines 125. Jubiläums gemeinsam mit der DFB-Kulturstiftung und MAKKABI Deutschland sowie in Kooperation mit „!NieWieder“ die 33. Auflage des Turniers am DFB-Campus in Frankfurt auszurichten. Dabei stand für die 120 U17-Spieler aus sechs regionalen und internationalen Vereinen (1. FSV Mainz 05, Eintracht Frankfurt, Kickers Offenbach, FSV Frankfurt, SK Slavia Prag und Maccabi Tel Aviv) nicht nur der Fußball im Vordergrund.

Zeitzeugin Henriette Kretz im Gespräch mit der Jugendmannschaft von Eintracht Frankfurt. (Foto: Yuliia Perekopaiko/DFB)

Am Freitag rollte kein Ball. Er stand im Zeichen eines intensiven Bildungsprogramms mit Zeitzeug*innen-Gesprächen, interaktiven Workshops und Austauschformaten zu Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung, gestaltet von der Initiative „Zusammen1“, der DFB-Kulturstiftung und weiteren Organisationen. Neun Überlebende des Holocausts bzw. ihre Nachkommen sprachen mit Spielern, Trainern und Betreuern, regten zum Nachdenken an und setzten eine unmissverständliche Botschaft des „Nie wieder!“ zu Faschismus und Krieg. Die Zeitzeug*innen wie David Pavel Sivor schätzen diesen Austausch mit jungen Menschen: „Ich frage mich: Wie wird diese Generation in 50 oder 60 Jahren über den Holocaust reden? Man muss erinnern, aber das Leben muss auch positiv weiter gehen.“

Am Samstag und Sonntag folgte das sportliche Turnier. Im Finale setzte sich Slavia Prag mit 5:2 gegen die Kickers Offenbach durch. Dritter wurde Mainz 05 vor Maccabi Tel Aviv, dem FSV Frankfurt und Eintracht Frankfurt. Für DFB-Präsident Bernd Neuendorf ist das Turnier „ein würdiger Ort des Erinnerns an Walther Bensemann und ein lebendiges Plädoyer für seine und unsere Werte.“

Turniersieger 2025: SK Slavia Prag. (Foto: Getty Images/DFB)

Ausführliche Informationen zum Turnier finden Sie hier.

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